EuGH-Urteil stärkt nationale Spielräume bei Online-Glücksspielen vor der Reform 2021

Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil vom April 2026 klargestellt, dass das Unionsrecht einem Mitgliedstaat wie Deutschland nicht entgegensteht, wenn dieser bestimmte Online-Glücksspiele verbietet, auch wenn die Anbieter in anderen EU-Ländern über eine Lizenz verfügen, und zwar für den Zeitraum vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021, während zugleich die Nichtigkeit entsprechender Verträge anerkannt sowie zivilrechtliche Ansprüche auf Rückerstattung verlorener Einsätze zugelassen werden können.
Hintergründe der Entscheidung und rechtliche Rahmenbedingungen
Das Verfahren betraf die Auslegung der Dienstleistungsfreiheit sowie der Niederlassungsfreiheit im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Glücksspielangeboten, wobei das Gericht betonte, dass die Mitgliedstaaten weiterhin über Spielräume bei der Festlegung von Verboten und der Steuerung des Marktes verfügen, solange diese Maßnahmen dem Schutz der Verbraucher dienen und die Kanalisierung des Glücksspiels in überwachte Systeme ermöglichen, und dies gilt insbesondere für Spiele wie Roulette sowie virtuelle Automatenspiele, die über das Internet angeboten werden.
Beobachter verweisen darauf, dass die Regelungen aus der Zeit vor Juni 2026 die nationalen Vorschriften in den Vordergrund stellen, während grenzüberschreitende Lizenzen allein keinen uneingeschränkten Zugang zum deutschen Markt gewähren, und das Urteil nimmt Bezug auf die PRESSEMITTEILUNG Nr. 53/26 zum Urteil des Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 unter dieser Quelle.
Auswirkungen auf Verträge und Rückforderungsansprüche
Das Gericht stellte fest, dass nationale Gerichte die Nichtigkeit von Verträgen über verbotene Online-Glücksspiele feststellen dürfen, wodurch Spieler Ansprüche auf Rückzahlung ihrer Einsätze geltend machen können, und diese Möglichkeit besteht unabhängig davon, ob der Anbieter in einem anderen Mitgliedstaat zugelassen ist, wobei die Entscheidung die Balance zwischen Marktfreiheiten und öffentlichen Interessen wie dem Jugendschutz sowie der Kriminalitätsbekämpfung betont.
Experten haben in diesem Zusammenhang auf vergleichbare Verfahren in anderen Mitgliedstaaten hingewiesen, in denen ähnliche Restriktionen aufrechterhalten wurden, und die aktuelle Rechtsprechung schafft damit eine klare Linie für die Zeit bis zur vollständigen Umsetzung der Reformen des Jahres 2021.

Verbraucherschutz und Kanalisierung des Marktes
Die Entscheidung unterstreicht, dass Maßnahmen zur Einschränkung bestimmter Angebote gerechtfertigt sein können, wenn sie darauf abzielen, Spielsucht zu verhindern und illegale Aktivitäten einzudämmen, während zugleich legale und überwachte Alternativen gefördert werden sollen, und dies betrifft insbesondere den Zeitraum vor den umfassenden Änderungen durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021, der seitdem weitere Anpassungen bis Dezember 2026 vorsieht.
Statistiken aus früheren Berichten zeigen, dass unregulierte Angebote häufig zu erhöhten Risiken für Nutzer führen, und das Urteil bestätigt die Kompetenz der Mitgliedstaaten, entsprechende Verbote aufrechtzuerhalten, ohne dass dies gegen EU-Recht verstößt.
Relevanz für den deutschen Markt im Juni 2026
Im Juni 2026 bleibt die Entscheidung von Bedeutung für laufende Verfahren, in denen Anbieter aus anderen EU-Staaten mit deutschen Vorschriften konfrontiert werden, und Gerichte können nun auf diese Rechtsprechung zurückgreifen, um Fragen der Vertragsgültigkeit sowie der Rückerstattung zu klären, wobei die Kanalisierung in staatlich kontrollierte Systeme als legitimes Ziel anerkannt wird.
Die Rechtsprechung schafft damit Orientierung für Behörden und Marktteilnehmer, die sich mit grenzüberschreitenden Angeboten auseinandersetzen, und sie verdeutlicht, dass nationale Diskretion in Bereichen des Verbraucherschutzes weiterhin Bestand hat.
Schlussfolgerung
Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs festigt die Position der Mitgliedstaaten bei der Regulierung von Online-Glücksspielen in der Übergangsphase vor 2021 und ermöglicht die Aufrechterhaltung von Verboten sowie die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche, während es die Grenzen der Dienstleistungsfreiheit im Einklang mit öffentlichen Schutzinteressen aufzeigt.